Klage / Rückruf Implantate

Ich möchte Euch die derzeitige Rechtslage darlegen zu diesem Thema:

In Deutschland gibt es derzeit – entgegen landläufiger Meinung – zumindest für unseren Bedarf KEINE Sammelklage (es gibt diese z.B. für Finanzanleger).

Es gibt den Weg der Musterfeststellungsklage! Eine Musterfeststellungsklage wird von einem Verbraucherschutzbund für mindestens 10 Betroffene – oder mehr – gegen den selben Beklagten geführt und die Kosten werden vom Verbraucherschutzbund getragen.

Ist die Klage eingereicht, kann man sich in einem Klageregister auch noch nachträglich registrieren lassen, um die Verjährung zu hemmen bzw. zu unterbrechen. Das Urteil dieser Musterfeststellungsklage ist bindend für die registrierten Beteiligten, was die eigene Klage dann betrifft (Erklärung weiter hinten).

In einer solchen Musterfeststellungsklage wird nur ausgeurteilt, ob grundsätzlich z.B. ein Schadensersatzanspruch besteht. D.h. es wird nur über die Rechtsgrundlage entschieden.

Sobald über diese Klage entschieden ist, muss JEDE EINZELNE Frau selbst, also allein für sich, klagen. Es muss jede für sich allein beweisen und erstreiten, inwieweit sie geschädigt ist und ihren Schadensersatzanspruch erstreiten. Wir sind beweisbelastet, d.h. wir müssen beweisen, ob und inwiefern uns das Silikon krank gemacht hat. Für uns mag das einleuchtend und logisch klingen, aber es zu BEWEISEN, ist sehr schwierig. Gesunder Menschenverstand reicht da leider nicht aus. Die KOSTEN für diesen eigenen Rechtsstreit trägt jede Frau SELBST und damit auch das Prozessrisiko. Ohne Rechtsschutzversicherung bzw. gutes finanzielles Polster, würde ich es nicht wagen.

Eine Musterfeststellungsklage vom Verbraucherschutzbund ist derzeit m.E. noch nicht eingereicht. Hierüber werde ich updaten.

Wer bereits jetzt allein klagen will, sollte einen Fachanwalt für Patientenrecht wählen.