Silikon in den Lymphknoten – was tun?

Lymphknotenentfernung ja oder nein? 

Diese Frage, kann man nicht pauschal beantworten. Um ein besseres Verständnis zu bekommen, werde ich hier etwas tiefer in die Funktionen, Aufgaben, Risiken und Ursachen eingehen.

Aufgaben

Besonders wichtig ist die Funktion der Lymphknoten für das Immunsystem. Bakterien werden in den Lymphknoten von spezialisierten Zellen neutralisiert und gleichzeitig werden Antikörper gegen Viren produziert. Die meisten Lymphknoten sind klein, d.h. kleiner als ein Millimeter. Allerdings können sie sich vergrößern, wenn sie besonders belastet sind und bis auf drei Zentimeter anwachsen. Meist ist das die Folge einer Infektion. Jeder kennt dies bei den geschwollenen Halslymphknoten während einer Mandelentzündung. Lymphknoten schwellen aber auch an, wenn die Produktion von Lymphozyten aus dem Ruder läuft. Aufgrund einer Fehlsteuerung werden dann mehr Immunzellen produziert, als eigentlich benötigt werden oder sie werden nicht mehr ausreichend abgebaut. Auf diese Art entstehen sogenannte Lymphome, bösartige Lymphknotenvergrößerungen.

Bei bestehender Silikonbelastung sind die Lymphknoten permanent am Arbeiten, was zu chronischen Entzündungen führt. Da das Fremdmaterial nicht vollständig abgebaut werden kann, wird es permanent bekämpft.

So funktioniert unser Lymphsystem mit den Lymphknoten

Das Lymphsystem (oder auch lymphatische System) ist neben dem Blutkreislauf das zweite wichtige Zirkulationsorgan des Körpers: Seine Aufgabe ist der Transport von Abfallstoffen und die Entwässerung des Gewebes (Lymphdrainage). Die Lymphgefäße transportieren den „Abfall“ oder gar „Sondermüll“, die Lymphknoten sind die Kläranlagen des Körpers. 600 dieser kleinen Wunderwerke besitzt jeder Mensch. Besonders viele liegen im Halsbereich, den Achseln (dort ca. 60) und Leisten sowie entlang des Magen-Darm-Traktes (dort ca. 200).

Alle Lymphknoten haben zahlreiche zuführende, aber nur ein einziges ableitendes Gefäß. Darin spiegelt sich bereits eine ihrer Hauptaufgaben, die Konzentration der Lymphflüssigkeit. Dabei leisten die kleinen Kläranlagen Unglaubliches. Sie schaffen es, aus 1.000 Liter Primärlymphe ein Konzentrat von ca. 2 Litern zu erzeugen. Die Lymphe wird durch die Lymphknoten jedoch nicht nur konzentriert, sondern auch gereinigt. Fremdkörper, Bakterien, Zelltrümmer und andere Bestandteile der Lymphe werden abgebaut oder deponiert, um das hochempfindliche Blut vor Schaden zu bewahren.

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Informationen zu Krebs und Lymphknotenentfernung

Es gibt primäre Tumore, die von Lymphknoten stammen, Lymphome genannt. In diesen Fällen ist eine Entfernung von Lymphknoten erforderlich.

Lymphome – Krebserkrankung des Lymphsystems

Krebserkrankung der Brust, hier wird heute meist eine Sentinel-Lymphknotenbiopsie durchgeführt. Der Sentinel wird auch Wächterlymphknoten genannt.

Eine Sentinel-Lymphknotenbiopsie ist ein Verfahren zur Untersuchung des Lymphknotens, der dem Tumor am Nächsten ist, da sich dort die Krebszellen am Wahrscheinlichsten ausbreiten.

Der Wächterlymphknoten dient als Indikator für die umgebenden Lymphknoten: ist der Wächterlymphknoten nicht befallen, so sind wahrscheinlich auch die Lymphknoten der Umgebung tumorfrei.

Lymphknoten mit Silikon und Entstehung des Silikonoms

Hier besteht das Risiko, durch die Fremdkörperreaktion, eines klinisch auffälligen Silikonoms. Dieses kann ab dem Zeitpunkt Implantation (durch Bleeding, das. sog. Gelbluten) oder Implantatruptur entstehen; hier können mehrere Jahre bis zum Auftreten vergehen. Durch die kontinuierliche  Entzündungsreaktion ist das Auftreten von malignen Tumoren erhöht.

Silikon in den Lymphknoten kann nur durch operative Entfernung des Lymphknotens beseitigt werden. Eine Ausleitung, wie etwa bei Schwermetallen, ist nicht möglich.

Risiko – Lymphödem (Wasseransammlung)

  • durch Erwärmung bekommen Lymphödem-Patienten erst recht Probleme mit Schmerzen und Wasseransammlungen im Gewebe, deshalb sollten sie nicht mehr in warme Länder reisen.
  • Kein Saunabesuch
  • Lymphödeme brauchen eine lebenslange Behandlung – regelmäßig Lymphdrainagen erforderlich,
  • Es kann zu Infektionen, wie der gefürchteten Wundrose (Erysipel, einer häufig vorkommenden akuten, nicht eitrigen, lokalen, bakteriellen Infektion der Haut) kommen. Diese schädigt die Lymphgefäße zusätzlich und es kommt zu einem Teufelskreis aus Ödemverschlimmerung- Erysipel. Dann treten zahlreiche Folgeerkrankungen auf, die die körperliche Funktionsfähigkeit bis hin zur Invalidität beeinträchtigen können. Unbehandelt frisst sich die Wundrose allmählich tiefer und führt oft zum Verlust von Gliedmaßen, zu Gehirnentzündung bis zum Tod.
  • langsame Wundheilung

Lymphödem – was ist das?

Ein Lymphödem kann sich unterschiedlich äußern:

Wenn bei der Entfernung von Lymphknoten auch die Lymphkanäle beschädigt werden, verhindert dies die normale Lymphdrainage durch das Lymphsystem. Der Inhalt der Lymphe kann dann nicht über Querverbindungen abfließen, weil deren Kapazität überschritten ist, so dass ein Lymphstau entsteht. Dies kann zu einer Ansammlung von überschüssiger Lymphflüssigkeit in den Geweben mit beschädigter Drainage und anschließender Schwellung führen, die als Lymphödem bezeichnet wird. Die Unterbrechung nur einiger Lymphbahnen kann der Körper normalerweise selbständig ausgleichen.

Da aber nicht nur Flüssigkeit, sondern auch Zellen ins Gewebe austreten, die immer mehr Flüssigkeit nach sich ziehen, entwickelt sich ein Teufelskreis. Mit der Zeit verhärtet das gestaute Gewebe und der Zustand bleibt chronisch. Der Arm schwillt an, an dessen Achsel Lymphknoten entfernt wurden. Das kann in geringem Ausmaß der Fall sein, so dass die betroffene Frau es kaum merkt. Es nimmt unter Umständen jedoch auch Ausmaße von hohem Krankheitswert an.

Je mehr Lymphknoten der Chirurg entfernt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Lymphe zurückstaut.

Früher wurden i.d.R. bei Brustkrebs 10 und mehr Achsel-Lymphknoten entfernt. Nach einem solchen Eingriff bildet sich bei etwa 20 von 100 Betroffenen ein Lymphödem.

Das Lymphödem kann sich rasch nach der Operation entwickeln, verschwindet aber auch gelegentlich schnell wieder. Es tritt manchmal noch Jahre später auf oder bleibt über lange Zeit ein treuer Begleiter.

Aufgrund der schonenderen Operations-Methoden tritt das Lymphödem heute seltener auf als früher.

Seltener, aber nicht ausgeschlossen, sind Lymphödeme am Rumpf oder im Körperinneren. In Brust- und Bauchraum existieren viel mehr Lymphbahnen, so dass selbst nach einer umfangreicheren Lymphknotenentfernung bei den meisten Patienten ein ausreichender Lymphabfluss besteht.

Behandlung eines Lymphödems 

Rein medizinisch gesehen ist das Lymphödem ein Abfluss-Problem. Bei einem Lymphödem nach Lymphknotenentfernung sollten Sie daher möglichst zügig zur manuellen Drainage.

Liegt eine Schwellung vor, ist es wichtig, den angeschwollenen Arm zu schonen. Das Tragen von schweren Gegenständen beispielsweise, sollten Sie vermeiden.

Vorbeugungs-Maßnahmen 

Da die Mediziner glauben, dass Infektionen das Entstehen eines Lymphödem beschleunigen, gibt man Betroffenen nach der Lymphknotenentfernung diese Ratschläge:

  • Gartenarbeit immer mit Handschuhen
  • nicht an heißen Herdplatten und am Backofen hantieren
  • beim Haare entfernen unter der Achsel vorsichtig sein
  • die Nagelhäutchen nicht mehr mit der Schere schneiden
  • Nagelbett-Entzündungen verhindern
  • Vorsicht im Umgang mit Nadel und Faden
  • Blutentnahmen und Blutdruckmessen nicht am betroffenen Arm!

Sie sollte den Arm der betroffenen Seite also grundsätzlich vor jeder Belastung und Verletzung bewahren, ihn aber andererseits auch regelmäßig und ohne Druck bewegen.

Ich persönlich kann lediglich aus eigener Erfahrung sagen: Ich habe 8 Lymphknoten entfernt bekommen und keinerlei Probleme damit.

Ganz persönlich würde ich auf Grund der permanenten Entzündung und der Tatsache, dass es nur diese eine Möglichkeit der Silikonentfernung gibt, möglichst, die Lymphknoten, die mit Silikon befallen sind, entfernen lassen.

Die Entscheidung, ob Entfernung oder nicht, bleibt ein Abwägen der Für und Wider jede Betroffene für sich selbst.

©2019 Marion Sauer